Nachhaltiger Kaffee – Gibt's das überhaupt?

Ein Gastbeitrag von den Röstlich Coffee Brothers
Gerade, wenn es um Kaffee geht ist der Begriff „Nachhaltigkeit“ sehr umstritten. Ist Kaffee wirklich nachhaltig?

Ohne Frage, der Kaffeeanbau bringt viele Probleme mit sich: Von Kleinbauern mit viel Arbeitsaufwand betrieben – aber der Preis wird von internationalen Händlern bestimmt. Die Bauern werden oft sehr schlecht bezahlt, Tageslöhne von 2 Dollar sind keine Seltenheit. Zudem wird Kaffee oft in Monokulturen angebaut, die den Boden auslaugen und mit Pestiziden behandelt werden. Vom Wasserverbrauch ganz zu schweigen.

Liter Wasser werden für eine Tasse Kaffee benötigt

Eine Lösung in Sicht?

Nachhaltigkeit beginnt bereits in den kaffeeproduzierenden Ländern; und zwar bei den Landwirten. Sie stehen vor großen Herausforderungen: wenn sie ökologischen Kaffee anbauen wollen, so ist dies mit höheren Produktionskosten verbunden und verlangt im Umkehrschluss eine fairere – im Sinne von höhere – Bezahlung. Kein leichtes Unterfangen, an dem schon viele gescheitert sind.

 In vielen Anbauländern sind somit Kaffeekooperativen, als Zusammenschlüsse von Landwirten zu einer Gesellschaft, die gemeinsam den Wechseln zu mehr Nachhaltigkeit und einer höheren Qualität beschreiten, entstanden. In den meisten Fällen übernehmen die Kooperationen die Verarbeitung, die Aufbereitung, die Vermarktung und die Logistik.

Inwiefern unterstützen Kaffeekooperationen die Kleinbauern?

 

Die Kooperative COMSA ist eine Gesellschaft von Kaffeeproduzenten, die sich das Ziel gesetzt hat, die Armut in der Region mithilfe von nachhaltigen Strukturen und der Verbesserung der Kaffeequalität zu verringern. COMSA steht den Bauern zur Seite und unterstützt sie nicht nur darin die sozioökonomischen Strukturen zu verbessern, sondern auch mithilfe von konventionellen Methoden die Biodiversität der Landschaft zu erhalten und somit qualitativen Kaffee anzubauen. Es besteht ein großer Zusammenhang zwischen biologisch hergestellten Kaffee und guter Kaffeequalität, weshalb wir diesen Weg des Anbaus generell bevorzugen.

 

COMSA forscht aktiv, treibt die Bildung voran und hat ein Zentrum zur Verwendung und Forschung von organischen Düngermittel gebaut, um zu erreichen, dass keine Chemikalien mehr auf den Feldern von Marcala eingesetzt werden. Auf der sogenannte „Finca Fortaleza“ werden nicht nur einheimische Landwirte, sondern auch Landwirte aus anderen lateinamerikanischen Ländern (Peru, Ecuador, Costa Rica etc.) aus- und weitergebildet. Zusätzlich zu der Ausbildung der Kaffeebauern wird auch die Bildung der Kinder nicht vergessen. So unterhält COMSA eine Schule, die die Integration der frühkindlichen Bildung durch neue innovative Methoden fördern und somit das Fundament für ein besseres Leben gewährleisten soll. Wie wir finden, ist es ein rundum gelungenes Gesamtkonzept, dass es zu unterstützen lohnt.

Organic tastes better!

Wir kaufen von unseren Kooperativen nur sogenannte Specialty Coffees, die immer biologisch angebaut sind. Aufgrund der Vermeidung von Pestiziden und weiteren schädlichen Stoffen beim Anbau und des Weglassens von chemischen Stoffen bei der Aufbereitung entwickeln sich die Kaffees deutlich besser und schonen zusätzlich die Umwelt. Die Kaffees haben eine deutlich höhere Komplexität, positive Säuren und ausgeprägter Aromen, welche sich enorm auf den Kaffeegeschmack auswirken.

$2,90 statt $1,40 pro Pfund

 

Wir kaufen unsere Kaffees nicht nur zum Fair-Trade-Preis, sondern garantieren einen Mindestpreis, der doppelt so hoch ist. Dieser garantierte Mindestpreis von 2,90 Dollar/lb für Arabica und 2,50 Dollar/lb für Robusta sorgt dafür, dass die Landwirte vor Ort ohne jeglichen Kostendruck Kaffee anbauen können.

Die gute oder die schlechte Nachricht zuerst?

Wir wissen selbstverständlich aber auch, dass es nicht überall auf der Welt so gut funktioniert und Kinderarbeit, Monokulturen und der ökologische Fußabdruck grundsätzlich ein großes Problem darstellen. Deswegen ist es natürlich umso wichtiger nach Wegen zu suchen dagegen anzukämpfen. Ein weiteres großes Problem stellt der Transport des Kaffees dar. Dieser findet über den Seeweg mit Containerschiffen statt.

Kaffee via Segelschiff? We ship it!

 

Mittlerweile gibt es tatsächlich eine Rösterei, die es schafft ihren Kaffee vereinzelnd mit einem Segelschiff zu transportieren. Diese spannende und grundsätzlich interessante Art und Weise des Transportes ist leider mit enormen Kosten verbunden. Als kleine Rösterei bietet sich für uns diese Möglichkeit leider noch nicht. Wir hoffen aber, dass sich das Transportwesen insgesamt verändert und sich hin zu mehr Nachhaltigkeit entwickelt. Dafür ist aber ein gewisses gesellschaftliches und politisches Umdenken erforderlich.

NACH Ankunft gilt NACHhaltigkeit!

 

Denn jetzt können wir selbst in die Nachhaltigkeitskette eingreifen! Dabei spielen Müllvermeidung, Recycelbarkeit, CO2 Minimierung in der Produktion sowie in der Logistik, der Erhalt der Kaffeequalität und der soziale Umgang innerhalb unseres Betriebes eine wesentliche Rolle.

Bei der eigentlichen Kaffeeproduktion stehen wir als Röster vor der Herausforderung, das Co2 und andere klimaschädliche Gase, Gerüche und Kaffeeabfälle entstehen. Diese können nicht eliminiert, jedoch deutlich minimiert werden. Hier kommt unser Afterburner zum Einsatz. Dieser sorgt dafür, dass während des Röstprozesses anfallende Co2 Gase und Gerüche zu 80% neutralisiert werden. Auch die Silberhäutchen, die beim Röstprozess abfallen, werden gefiltert und können anschließend ordentlich kompostiert werden. Uns ist es wichtig, dass unsere Produkte in einen Verwertungskreislauf überführt werden können. Deshalb achten wir bereits beim Einkauf unserer Produktverpackung auf umweltfreundliche Ventilverpackungen ohne Aluminium. Wir verpacken direkt nach dem Rösten in die Ventilverpackung, da der Kaffee noch 48 Stunden lang Co2 ausgast.

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Der Weg ist das Ziel

Wir wissen, dass auch wir nicht perfekt sind und dass auf der Nachhaltigkeitsebene noch viel Luft nach oben besteht. Gerade in der Kaffeebranche besteht viel Potenzial zur Verbesserung. Es gibt viele einzelne Puzzleteile in der Prozesskette, die zusammengesetzt einen großen Teil dazu beitragen können, ökologischen, sozialen und ökonomischen Ziele miteinander zu verknüpfen und ein nachhaltiges Gesamtkonzept zu erzeugen. Wir versuchen unseren Beitrag mit einer verantwortungsbewussten Tasse Kaffee beizutragen und hoffen, dass wir zum Nachdenken angeregt haben. In diesem Sinne: hoch die Kaffeetassen! Im besten Fall natürlich eine röstliche Tasse Kaffee bei dir Zuhause oder bei euch im Büro.

Eure Röstlich Coffee Brothers

Adrian & Daniel

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