5 Tipps, wie Du Dein Event nachhaltiger gestaltest

Ein Gastbeitrag von Instinct Events

©Jörg M. Krause

Spätestens die Aufstellung zur Wahl des sogenannten ‚Unwort des Jahres‘ im Jahr 2013, hat die Debatte um das Thema ‚Nachhaltigkeit‘ in einem solchen Maße angeheizt, dass man sich die Frage stellen muss: Was ist Nachhaltigkeit überhaupt?

Einer von vielen Ansätzen den Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ zu definieren, liefert unter Anderem das sogenannte ‚3 Säulen Model der nachhaltigen Entwicklung‘. Dieses Model gliedert nachhaltige Entwicklung in 3 Säulen: Ökologie, Ökonomie und Soziales. So reicht es offensichtlich nicht nur aus, ökologische Aspekte zu berücksichtigen, diese sind stets an wirtschaftliche und soziale Faktoren gebunden. Mehr über das Thema Nachhaltigkeit erfahrt ihr hier. 

Soweit so gut, doch wie können Events in der Konsequenz nun nachhaltig gestaltet werden? Eine sogenannte ‚Checklist‘ hierzu definiert sich aus der ISO 20121 Norm, die im Jahr 2012 anlässlich der Olympischen Spiele in London ihren Ursprung findet. 

Gläser benötigt man pro Gast pro Tag im Durchschnitt

©Jörg M. Krause

ISO 20121 – Plan/Do/Check/Act als Management System für Veranstaltungen

Die ISO Norm 20121 geht weniger auf die Maßnahmen ein, die Eventmanager ergreifen können, um ihre Events nachhaltiger zu gestalten, als auf die Management Strukturen die vorhanden sein müssen. Dabei adressiert diese Norm nicht ausschließlich, aber eher Großveranstaltungen, Messen oder Kongresse, wie zum Beispiel die Olympischen Spiele. Viele Inhalte sind jedoch ebenso auf kleinere Events übertragbar. Genauere Informationen, wie man Plan – Do – Check – Act in die Praxis übertragen kann, findet man auf der Webseite selbst. Ein paar Tipps, wie ihr euer Event schon mit wenig Aufwand nachhaltiger gestalten könnt, findet ihr in dem folgenden Beitrag.

Tipp 1:
moderne Ressourcen und Netzwerke nutzen

 

Moderne Technologien haben in vielen Fällen einen schlechten Ruf hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit. Der hohe Energieaufwand, sowie die Verwendung von Kunststoffen und fossilen Brennstoffen machen viele neue Technologien zu regelrechten Nachhaltigkeitskillern. Es gibt aber auch Innovationen, die das Gegenteil beweisen. So hat das Start Up Paprfloor aus Baden-Württemberg beispielsweise einen Fußbodenbelag entwickelt, der zu 100% aus Recyclingpapier besteht. Laut Paprfloor kann durch die Verwendung von Papierfußböden auf Messen und Großveranstaltungen bis zu 10kg CO2 pro m² im Vergleich zu herkömmlichen Fußbodenbelägen eingespart werden.
Auch Pavegen hat sich dem Thema Fußbodenbelägen verschrieben und einen Belag entwickelt, der 2 bis 4 Wattsekunden Strom pro Schritt erzeugen kann. Durch diese Technologie könnte in Zukunft ein Teil der Stromversorgung auf Messen und Veranstaltungen von den Besuchern selbst erzeugt werden. Es lohnt sich also, sich mit neuen Technologien und Innovationen auseinander zu setzen und so jüngeren Unternehmen, die sich auf Nachhaltigkeit spezialisiert haben, die Chance zu geben, sich auf dem Eventmarkt zu etablieren.

Tipp 2: Es kann so einfach sein…

 

Wer der Meinung ist, dass nachhaltiges Eventmanagement zwangsläufig mit hohen Kosten und großen Kapazitäten verbunden ist, liegt falsch. Die Stellschrauben, um ein Event nachhaltiger zu gestalten sind vielfältig und bedürfen zum Teil nur minimalen Mehraufwand, oftmals können sie sogar Kosten einsparen. So können wiederverwendbare oder ökologisch abbaubare Essbestecke das Müllaufkommen auf großen und kleinen Veranstaltungen auf ein Minimum reduzieren und dadurch auch die Entsorgungskosten senken.

Auch die Wiederverwendbarkeit von Eventelementen spielt bei großen und kleinen Eventkonzepten eine große Rolle. So sollte bei dem Design von Messeständen beispielweise darauf geachtet werden, dass die Elemente wiederverwendbar und somit auch sehr flexibel einsetzbar sind, um zum einen das Abfallaufkommen so zu reduzieren, zum anderen auch die Opportunitätskosten für die Messe- und Veranstaltungsplanung zu senken.

Müssen es extra Goodie Bags in aufwendigen Kunststoffverpackungen sein? Oder können sich die Gäste vielleicht an Teilen der Veranstaltungsdekoration bedienen und somit ein unvergessliches Erinnerungsstück an ein besonderes Event mit nachhause nehmen? Die Möglichkeiten sind unzählbar und benötigen manchmal nur ein kleines bisschen Kreativität.

Tipp 3: keep it regional

Durch das Verwenden und die gezielte Unterstützung regionaler Produkte und Dienstleistungen kann nicht nur eine Menge CO2 durch die Vermeidung großer Transportdistanzen eingespart werden, gleichzeitig verleihen regionale Produkte einer Veranstaltung einen unbezahlbaren Mehrwert. Häufig handelt es sich bei regionalen Herstellern um kleine, im Vergleich zum Wettbewerb unbekannten Unternehmen, die von den Eventbesuchern entdeckt und erlebt werden wollen. Sie bieten den Besuchern die Möglichkeit, sich mit einem Produkt durch Regionalität zu identifizieren und machen so zum Beispiel das Catering zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Doch nicht nur beim Catering sollte auf Regionalität geachtet werden. Die Zusammenarbeit mit regionalen Technik- und Veranstaltungsdienstleistern hat mehrere Vorteile: kurze Kommunikationswege, hohe Flexibilität und kurze Transportwege.

Tipp 4: CO2 Emissionen der Besucher ausgleichen

 

Selbst bei der vorbildlichsten Planung, Umsetzung, Prüfung und Beachtung nachhaltiger Faktoren (Plan – Do – Check – Act), fallen bei der Umsetzung von Eventkonzepten Emissionen an, die zu einem großen Teil auch von den Besuchern zu verantworten sind.

Unternehmen wie MyClimate oder Carbonfund bieten Dienste an, durch die ausgestoßene CO2 Emissionen in Abhängigkeit zur Größe und der Besucheranzahl ermittelt werden können. Je nach Ausmaß kann im Anschluss ein gewisser Betrag in Klima- oder Sozialprojekte investiert werden, um somit den CO2 Ausstoß der Veranstaltung auszugleichen und gewissermaßen CO2 neutral zu agieren. Die üblichen Kosten pro Teilnehmer liegen im Durchschnitt zwischen 0,75€ bis 3,50€.

©Jörg M. Krause

Tipp 5: Nachhaltigkeit leben

Der fünfte und letzte Tipp, wie man Events nachhaltiger gestalten kann, hat den wahrscheinlich größten Einfluss und bedarf lediglich einer Sache – Überzeugung! Frei nach dem Motto „Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“, kann bei der Planung und Umsetzung von Eventkonzepten schon ein einzelnes Individuum den Unterschied machen. Daher ist es besonders wichtig, Mitarbeiter hinsichtlich nachhaltigen Verhaltens zu schulen und dadurch ein Bewusstsein für die Sache an sich zu schaffen.

Wenn noch nicht ausreichend Wissen und Aktionismus vorhanden ist, können Dienste wie zum Beispiel der Nachhaltigkeitsberater des German Convention Bureau dabei helfen, Nachhaltigkeit strukturell in die Unternehmenskultur zu integrieren. Denn nur durch ein wirkliches Bewusstsein, welchen Einfluss das eigene Verhalten auf soziale, ökologische und ökonomische Faktoren bei der Eventplanung- und Umsetzung haben kann, kann Nachhaltigkeit wirklich praktiziert werden.

Bottom line

Die nachhaltige Gestaltung von Events hat in den letzten Jahren rasant an Wichtigkeit und Beachtung zugelegt und so sieht auch der Trend für die zukünftige Entwicklung aus. Die Umsetzung ist nicht zwangsläufig mit großen Investitionen oder Mehraufwand verbunden, bedarf jedoch eine gewisse Offenheit gegenüber neuer Alternativen und Innovationen, sowie großes Engagement und Hingabe jener, die bei der Planung und Umsetzung von Events involviert sind. Gemeinsam sollten wir jetzt daran arbeiten, auch in Zukunft noch kreative Eventkonzepte und spannende Inszenierungen auf unserer grünen Erde genießen zu können.

©Jörg M. Krause

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